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Kapitalerhöhung


Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlagen

Voraussetzung: Für eine Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlagen ist ein Beschluss der Hauptversammlung mit mindestens 75% des vertretenen Grundkapitals notwendig.

Bezugsrecht: Das Bezugsrecht ist das Recht der bisherigen Aktionäre an einer Kapitalerhöhung teilzunehmen und entsprechend ihrem bisherigen Anteil neue Aktien zu erwerben. Damit haben sie die Möglichkeit ihren bisherigen Anteil am Unternehmen zu halten. Für die Ausübung der Bezugsrechte wird ihnen ein Zeitraum von mindestens zwei Wochen gegeben. Den Aktionären werden die Bezugsrechte in der Regel zu Beginn der Bezugsfrist zusätzlich zu ihren Aktien in ihr Depot eingebucht. Sie haben dann die Möglichkeit die Bezugsrechte wie Aktien zu handeln. Beispielsweise können sie weitere Bezugsrechte über die Börse erwerben oder ihre Bezugsrechte verkaufen.
Das Bezugsrecht kann beim Hauptversammlungsbeschluss über die Kapitalerhöhung auch ganz oder teilweise ausgeschlossen werden. Dabei gilt aber ebenso eine erforderliche Mehrheit von mindestens 75% des vertretenen Grundkapitals.

Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen: Bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen werden neue Aktien gegen die Zahlung eines festgelegten Betrages ausgegeben. Dem Unternehmen fließen dadurch Zahlungsmittel zu.

Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen: Bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen wird eine Sacheinlage, zum Beispiel ein Unternehmensanteil, in das Kapital erhöhende Unternehmen eingebracht und der bisherige Eigentümer des Unternehmensanteils erhält dafür als Ausgleich neue Aktien. Die Sacheinlage muss dabei grundsätzlich von einem Prüfer bewertet werden. Es gibt Spezialfälle, in denen der Wert der Sacheinlage anhand von Marktpreisen bestimmbar ist oder eine Bewertung erst kürzlich stattgefunden hat. In diesen Fällen kann die Kapitalerhöhung ohne nochmalige Bewertung erfolgen, allerdings haben Aktionäre mit in Summe mindestens 5% der Stimmrechte die Möglichkeit, durch Gericht einen Prüfer bestellen zu lassen.


Bedingte Kapitalerhöhung

Voraussetzung: Eine bedingte Kapitalerhöhung wird von der Hauptversammlung mit mindestens einer 75%-Mehrheit beschlossen und nur zu dem Teil durchgeführt, zu dem die Bezugsrechte oder Umtauschrechte ausgeübt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung soll nur für Bezugsrechte von Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen, zur Vorbereitung eines Unternehmenszusammenschlusses oder für Bezugsrechte von Unternehmensmitarbeitern verwendet werden. Es gelten Beschränkungen für das bedingte Kapital von 50% des Grundkapitals (bzw. 10% des Grundkapitals bei Bezugsrechten für Unternehmensmitarbeiter).

Bedingte Kapitalerhöhung mit Sacheinlagen: Die Sacheinlage muss dabei grundsätzlich von einem Prüfer bewertet werden. Sacheinlage, einbringende Person und dafür ausgegebene Aktien müssen beim Hauptversammlungsbeschluss festgelegt werden. Wie bei einer regulären Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen gibt es Spezialfälle, in denen auf eine gesonderte Bewertung durch einen Prüfer verzichtet werden kann (siehe oben).


Genehmigtes Kapital

Voraussetzung: Über die Satzung kann der Vorstand einer Aktiengesellschaft für maximal 5 Jahre dazu ermächtigt werden, das Grundkapital bis zu einer festgelegten Höhe durch die Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen (maximal 50% des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ermächtigung). Der Hauptversammlungsbeschluss über eine entsprechende Satzungsänderung bedarf mindestens einer 75%-Mehrheit. Für die tatsächliche Ausgabe der neuen Aktien ist eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich.

Ausgabe der neuen Aktien: Der Vorstand kann ermächtigt werden, für die Ausgabe der neuen Aktien das Bezugsrecht auszuschließen. Sind bereits Vorzugsaktien ausgegeben, können gleichrangige Vorzugsaktien nur ausgegeben werden, falls dies expliziter in der Ermächtigung vorgesehen ist. Auch eine Ausgabe gegen Sacheinlagen muss in der Ermächtigung ausdrücklich vorgesehen sein. Details über die Sacheinlage werden vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bestimmt. Die Prüfung der Sacheinlage erfolgt wie oben beschrieben.


Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln

Voraussetzung: Mit einer 75%-Mehrheit kann die Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln beschließen. Dabei wird das Grundkapital durch Umwandlung der Kapital- oder der Gewinnrücklage erhöht. Die Kapitalerhöhung kann auch ohne die Ausgabe neuer Aktien erfolgen.

Ausgabe neuer Aktien: Werden neue Aktien ausgegeben, stehen sie den Aktionären im Verhältnis ihres Anteils am Grundkapital zu. Auch eigene Aktien nehmen an der Kapitalerhöhung teil. Die neuen Aktien sind ab dem Geschäftsjahr gewinnberechtigt, in dem der Beschluss über die Kapitalerhöhung erfolgte. Sollen die Aktien bereits für das Geschäftsjahr vor der Beschlussfassung gewinnberechtigt sein, muss dies in der Beschlussfassung formuliert werden und die Beschlussfassung muss vor dem Beschluss über die Verwendung des Bilanzgewinns des vorherigen Geschäftsjahres erfolgen. Parallel zur Kapitalerhöhung wird auch das bedingte Kapital in entsprechendem Verhältnis erhöht.


Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen, Genussrechte

Auch die Ausgaben von Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechten bedarf eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer 75%-Mehrheit. Eine Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe kann für maximal 5 Jahre erfolgen. Grundsätzlich steht den Aktionären ein Bezugsrecht zu, das aber mit einer 75%-Mehrheit im Beschluss über die Ausgabe ausgeschlossen werden kann. Dabei hat der Vorstand der Hauptsversammlung einen Bericht über die Gründe des Ausschlusses vorzulegen.




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