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Gold gegen Inflation


Hilft Gold gegen Inflation? Im Folgenden wird der Inflationsschutz von Gold in den vergangenen Jahrzehnten beleuchtet. Dabei spielt zum einen der Goldpreis eine Rolle zum anderen aber auch die Entwicklung der weltweiten Goldmenge.


Der Goldstandard bis 1971

Bis Ende der 1960er-Jahre gab es in den USA noch den Goldstandard. Dabei war es jederzeit möglich, Dollar bei der US-amerikanischen Notenbank Fed zu einem festen Umtauschkurs von 35 $ je Feinunze (≈ 31,1 g) in Gold zu tauschen. Der Goldstandard geriet allerdings Ende der 1960er-Jahre ins Wanken und musste schließlich 1971 aufgegeben werden. Seitdem wird der Goldpreis durch Angebot und Nachfrage bestimmt.


Goldpreisentwicklung seit dem Ende des Goldstandards

In den 44 Jahren nach dem Ende des Goldstandards stieg der Goldpreis je Feinunze von 43,63 $ bis auf 1061,75 $. Damit nahm der Goldpreis im Zeitraum von 1972-2015 durchschnittlich um gut 7,5 % pro Jahr zu. Gleichzeitig kommt der US-Verbraucherpreisindex im gleichen Zeitraum nur auf ein durchschnittliches Wachstum von knapp 4,1 % jährlich. Seit Ende 1971 konnte der Goldpreis also den Kaufkraftverlust des US-Dollars mehr als ausgleichen.

Möglicherweise war aber der Goldpreis zum Ende des Goldstandards zu niedrig bewertet. Vielleicht benötigte er einige Jahre um diesen Rückstand aufzuholen. Beginnt man mit der Betrachtung erst 10 Jahre nach dem Ende des Goldstandards, als sich der Marktpreis eingependelt hatte, ergibt sich folgendes Bild: Der Goldpreis stieg von 1982-2015 jährlich durchschnittlich um gut 2,9 %, während die durchschnittliche US-Inflationsrate bei knapp 2,8 % lag. Noch immer erhielt der Goldpreis die Kaufkraft, er steigerte sie aber nicht mehr.

Aber nicht einmal ein langer Atem garantierte in der Vergangenheit einen Inflationsausgleich durch ein Goldinvestment. In den ersten 20 Jahren des Zeitraums, nämlich von 1982-2001, sank der Goldpreis um durchschnittlich -1,8 % p.a., während die Inflationsrate bei 3,2 % lag. Erst in den darauf folgenden Jahren konnte der Goldpreis seinen Rückstand aufholen.


Die bisher insgesamt geförderte Goldmenge

Ende 1971 lag die bis dahin insgesamt geförderte Goldmenge bei ungefähr 66.000 Tonnen. Bis Ende 2015 wurden weitere 90.000 Tonnen gefördert, sodass bis dahin weltweit insgeamt 156.000 Tonnen Gold abgebaut wurden. Die Goldmenge weltweit hat sich also im Zeitraum von 1971-2015 um durchschnittlich knapp 2,0 % pro Jahr erhöht. Und nicht nur das: Über die Jahre ist die jährliche Goldförderung immer weiter gestiegen und lag 2015 mit 3.100 Tonnen so hoch wie nie zuvor. So hat sich die weltweite Goldmenge auch 2015 um knapp 2,0 % erhöht, mit der gleichen Rate wie im Durchschnitt der letzten 44 Jahre.

Auch Gold unterliegt deshalb einer Inflation, wobei die Inflationsrate vom Goldpreis abhängig ist. Umso höher der Goldpreis desto mehr lohnt sich der Aufwand, auch geringe Mengen Gold zu fördern. Ohne den Goldpreisanstieg der letzten Jahrzehnte würde deshalb vermutlich auch die aktuelle Goldförderung niedriger ausfallen.


Vergleich der Zunahme der Goldmenge mit der der Geldmenge

Der Anstieg der US-Verbraucherpreise von 1972-2015 um durchschnittlich knapp 4,1 % pro Jahr könnte grob gesagt bedeuten, dass die Geldmenge um 4,1 % p.a. schneller zugenommen hat als die Bevölkerung. Um einen Vergleich zur Goldmenge herzustellen, muss also auch die Goldmenge ins Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt werden. Da Gold ein weltweites "Zahlungsmittel" ist, soll hier die Weltbevölkerung zu Grunde gelegt werden. Die nahm von 1972-2015 von knapp 3,8 Mrd. auf gut 7,3 Mrd. zu - ein durchschnittlicher Zuwachs von jährlich ungefähr 1,5 %.

Damit konnte die Bevölkerung nicht mit dem jährlichen Anstieg der Goldmenge von 2,0 % mithalten. Die bis dahin geförderte Goldmenge pro Erdenbewohner nahm deshalb von 1972-2015 von ca. 17,6 g auf 21,3 g zu - eine Zunahme von ungefähr 0,4 % jährlich. Auch Gold hatte also in den letzten 44 Jahren einen mengenmäßigen Kaufkraftverlust zu verzeichnen, der allerdings in der Höhe erst durch den prozentual stärkeren Anstieg des Goldpreises ermöglicht wurde.


Fazit

In der Vergangenheit ermöglichte ein Investment in Gold auf sehr lange Sicht von über 30 Jahren einen Erhalt der Kaufkraft - bedingt durch den Goldpreisanstieg. Auf die Sicht von 20 Jahren ergab sich ein anderes Bild: Dort konnte in der Vergangenheit beim falschen Einstiegszeitpunkt am Ende ein sogar noch größerer Kaufkraftverlust als durch Inflation stehen.

Betrachtet man ausschließlich die bisher weltweit insgesamt geförderte Goldmenge, ergab sich auf lange Sicht ein leichter Kaufkraftverlust, der aber deutlich moderater ausfiel als die Inflation. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Anstieg der Goldmenge ohne den überproportionalen Goldpreisanstieg möglicherweise geringer ausgefallen wäre.

Insgesamt scheint ein Erhalt der Kaufkraft durch eine Investition in Gold auf sehr lange Sicht von über 30 Jahren auch in Zukunft möglich. Dabei bleibt aber die tatsächliche Entwicklung des Goldpreises durch zahlreiche Einflussfaktoren wie auch schon in der Vergangenheit unsicher. Mittelfristig erscheint der Versuch der Inflation durch eine Investition in Gold entgegenzuwirken nur spekulativ.




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