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Directors' Dealings


Directors' Dealings sind veröffentlichungspflichtige Wertpapiergeschäfte von Führungspersonen eines Unternehmens oder ihnen nahestehender Personen. Kauft oder verkauft eine der genannten Personen Aktien des Unternehmens oder sich darauf beziehende Derivate, muss sie dies innerhalb von 5 Werktagen dem Unternehmen und der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) bekannt machen. Dabei gilt ein Freibetrag von 5.000 Euro pro Kalenderjahr. Bei Führungspersonen handelt es sich um Personen des Vorstands und des Aufsichtsrats und um weitere zu wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen befugte Personen mit Zugang zu Insiderinformationen. Ihnen nahestehende Personen sind Ehepartner, Kinder oder Verwandte die zum Zeitpunkt des Geschäfts mindestens ein Jahr im gleichen Haushalt wohnten. Darüber hinaus auch Unternehmen bei denen die Führungsperson Führungsaufgaben wahrnimmt oder die diese kontrolliert.

Das betroffene Unternehmen hat ihr bekannt gemachte veröffentlichungspflichtige Wertpapiergeschäfte unverzüglich zu veröffentlichen und die BaFin darüber zu informieren. Zusätzlich übermittelt es die Informationen dem Unternehmensregister. Aktiengesellschaften führen außerdem ein sogenanntes Insiderverzeichnis. Darin werden alle für das Unternehmen tätige Personen mit Zugang zu Insiderinformationen geführt. Die Personen werden darüber hinaus vom Unternehmen rechtlich aufgeklärt. Das Insiderverzeichnis wird der BaFin nur auf Verlangen übermittelt.

Directors' Dealings können für Investoren interessant sein. Führungskräfte oder Aufsichtsräte eines Unternehmens haben durch ihre tägliche Arbeit oft einen guten Einblick in die aktuelle und zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Kaufen sie Aktien des eigenen Unternehmens kann das unter Umständen ein Zeichen für eine Unterbewertung sein. Ein Verkauf von Aktien des eigenen Unternehmens ist hingegen ein schwächeres Signal, da die Person das Geld auch einfach anderweitig brauchen könnte. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass Führungskräfte gerne verpflichtet werden, Aktien des eigenen Unternehmens zu kaufen oder Käufe auch Teil eines regelmäßigen Aktienprogramms sein können. Insgesamt sind Directors' Dealings unter Umständen interessante Hinweise, die eine Motivation zur Bewertung eines Unternehmens sein können. Ein Ersatz dafür sind sie aber nicht.

(§15a-15b WpHG)



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