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American Depositary Receipt (ADR)


Was ist ein ADR?

Bei einem ADR (American Depositary Receipt) handelt es sich um ein Zertifikat, das von einer US-amerikanischen Depotbank herausgegeben wird und das Recht an einer aus US-amerikanischer Sicht ausländischen Aktie verbrieft. Das Verhältnis von ADR zu Aktie ist dabei beliebig, so kann ein ADR auch für einen Bruchteil oder ein Vielfaches einer Aktie stehen. Gleichzeitig können ADRs auf unterschiedliche Aktien eines Unternehmens wie Stamm- und Vorzugsaktien unterschiedliche Verhältnisse haben.

Das Stimmrecht und mögliche Dividenden stehen bei einem Sponsored ADR seinem Inhaber zu. Bei einem Unsponsored ADR verbleibt das Stimmrecht bei der Depotbank. Da ADRs an amerikanischen Börsen und damit in US-Dollar gehandelt werden, erfolgt auch die Dividendenzahlung umgerechnet in US-Dollar. Zusätzlich kann der ADR-Inhaber theoretisch die Herausgabe der hinterlegten Aktien verlangen, wobei das nicht üblich ist. Insbesondere auch, weil damit oft hohe Kosten verbunden sind (z.B. > 500 $).

Auch wenn ADRs in den USA begeben werden, werden sie oft auch an Börsen in anderen Ländern gehandelt. Die Aktien selbst sind normalerweise in dem Land hinterlegt, aus dem die Aktiengesellschaft stammt.

Der ursprüngliche Grund für die Erfindung von ADRs war folgender: Bestimmte Institutionen in den USA durften nicht in ausländische Aktien investieren. Um ihnen ein indirektes Investment in ausländische Aktien zu ermöglichen wurden ADRs, d.h. US-amerikanischen Wertpapiere, die solche Aktien repräsentieren ausgegeben. Mittlerweile ermöglichen sie aber auch ausländischen Unternehmen eine Börsennotierung in den USA, ohne die umfangreichen Vorgaben der Börsenaufsicht SEC für eine direkte Börsennotierung zu erfüllen.


Emittentenrisiko

Für ADRs besteht grundsätzlich ein Emittentenrisiko, d.h. das Risiko, dass die emittierende Bank ihre Verpflichtungen des ADRs - zum Beispiel die Herausgabe der Aktien - nicht erfüllen kann. So beinhalten ADRs im Vergleich zu einem direkten Aktieninvestment ein zusätzliches Risiko.


Gebühren

Für den Investor können auf ADRs Gebühren für den Aufwand der herausgegebenden Bank anfallen. Oft werden diese bei Dividendenzahlungen abgezogen, sodass der Investor eine geringere Nettodividende erhält. Alternativ können die Gebühren auch über die Depotbank des Investors erhoben werden.


Unsponsored ADRs

Unsponsored ADRs werden nur auf Initiative der Depotbank und ohne Vertrag mit der Aktiengesellschaft herausgegeben, sodass die Kosten an die Investoren weitergegeben werden. Während die Investoren Dividenden der Aktiengesellschaft erhalten, verbleiben Stimmrechte bei der Depotbank. Unsponsored ADRs werden außerbörslich gehandelt.


Sponsored ADRs

Sponsored ADRs liegt ein Vertrag zwischen Depotbank und Aktiengesellschaft zu Grunde. Einen Großteil der Kosten trägt dabei in der Regel die Aktiengesellschaft.


Einteilung

ADRs werden in der Regel in drei Kategorien "Level I-III" eingeteilt. Die Voraussetzungen nehmen dabei von Level zu Level zu. Unsponsored ADRs fallen immer unter Level I.

Level I: Das ADR-Programm bezieht sich auf bereits existierende Aktien und beinhaltet keine Kapitalerhöhung. Der Handel erfolgt nur außerbörslich. Die Aktiengesellschaft muss ihren Geschäftsbericht lediglich auch in Englisch veröffentlichen. Die Registrierung bei der SEC erfolgt mit dem Formular F-6.

Level II: Zusätzlich zu Formular F-6 muss die Aktiengesellschaft ihren Geschäftsbericht jährlich mit dem Formular F-20 bei der SEC einreichen. Die Rechnungslegung erfolgt dabei nach US-GAAP oder IFRS. Damit ist eine US-Börsennotierung möglich, wobei die Aktiengesellschaft dabei zusätzlich die Anforderungen der Börse erfüllen muss.

Level III: Hier kann die Aktiengesellschaft auch neue Aktien über das ADR-Programm ausgeben. Die Registrierung der Kapitalerhöhung erfolgt über das Formular F-1, F-3 oder F-4. Daneben gelten die gleichen Voraussetzungen wie für Level I und Level II.



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